Ein Verein zur Unterstützung der Asyle für Hexenjagdflüchtlinge in Ghana

Hexenjagden in Nordghana

Hexenjagden sind ein aktuelles Problem. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden vor allem im subsaharischen Afrika Zehntausende ermordet, in den letzten vierzig Jahren weltweit mehr als während der historischen mitteleuropäischen Hexenjagden der Renaissance (1500-1600). In manchen Gebieten sind es alte Frauen, in anderen Männer oder Kinder. Sie werden beschuldigt, Tod, Krankheiten, Unfälle, Arbeitslosigkeit oder Armut zu verursachen. Hexen und Zauberer werden dabei vor allem aus der eigenen Familie oder dem nächsten Umfeld gefürchtet. Generell ist der Glaube an Gott und Dämonen, Geister und Hexen sehr, sehr stark. Davon sind alle Religionen betroffen, das Christentum in all seinen Varianten, der Islam und die traditionellen Religionen. Eine Frage ist daher, warum nicht viel mehr Menschen als Hexen verfolgt werden und warum in manchen Regionen und Dörfern Hexenjagden sehr viele Menschen betreffen, in anderen aber keine stattfinden, obwohl hier nicht weniger Menschen an eine Realität der Hexerei glauben.

Im Norden Ghanas befinden sich 8 Siedlungen für Hexenjagdflüchtlinge, die beiden größten bei Kukuo und Gnaani fassen etwa 2000 Menschen beiderlei Geschlechts, die anderen weitere 500 Menschen. In Kukuo werden häufig Frauen angeklagt, sobald ihre Haare ergrauen. Die Anklage kann hier die weibliche Linie über Generationen hinweg verfolgen. In Gushiegu finden sich hauptsächlich Frauen der Konkomba. Die meisten wurden mit der Begründung angeklagt, sie würden eine andere Person im Traum verfolgen. Ein solcher Traum wird natürlich auch als Vorwand erfunden, erscheint den meisten aber als akzeptabler Beweis: Schließlich können niemand außer den Blutsverwandten einer Person ins Herz sehen und sicher wissen, dass die Person keine Hexe sei. Ist die Anklage einmal ausgesprochen, bleibt nur die Flucht oder das Exil. Niemand hat hier Hoffnungen auf eine Polizei oder Gerichte, die sich beide nur ungern in „Familiäre Angelegenheiten“ einmischen und mitunter Angst vor lokalen Aufständen haben. Manche fürchten auch, dass ihre Kinder von Zauberei oder Giften getötet würden, wenn sie nach der Anklage nicht freiwillig gehen.

Physische Gewalt erfuhr in Gushiegu etwa ein Drittel der Flüchtlinge. Die meisten wurden verprügelt, mit Peitschen, Stöcken, Dornenbüschen.

Diese Frau wurde mit einer Machete auf den Kopf und in die Arme geschlagen.

Dieser Frau schlug man mit einer Machete auf den Kopf.

Die Anführerin des Gushiegu Camp hatte einst Geld verliehen. Als sie ihr Geld zurückverlangte, beschuldigte der Schuldner sie der Hexerei. Ein Lynchmob schlug zu, mit knapper Not konnte sie ihr Leben retten.

Die Anführerin des Gushiegu Camp hatte einst Geld verliehen. Als sie ihr Geld zurückverlangte, beschuldigte der Schuldner sie der Hexerei. Ein Lynchmob schlug zu, mit knapper Not konnte sie ihr Leben retten.

In Gushiegu sind die Frauen frei, ihre Anklage abzulehnen und gegen das System der Hexenjagden aufzubegehren. In anderen Asylen gibt es Schreinpriester, die auf einem dauernden Geständnis beharren.

In Gushiegu können sich die Frauen frei untereinander austauschen. Das hilft ihnen, ihre Anklage abzulehnen und gegen das System der Hexenjagden aufzubegehren. Gushiegu kann daher mit gutem Recht als eines von drei Asylen gelten. In den eher als "Ghettos" zu bezeichnenden übrigen Siedlungen für Hexenjagdflüchtlingen gibt es Schreinpriester, die auf einem dauernden Schuld-Eingeständnis beharren. Dort nehmen Frauen mitunter eine Identität als "Hexe" zwangsweise an.

Insbesondere die Ältesten Frauen lehnen die Hexereivorstellungen ab, wenngleich manche trotzdem an die Zauberei der Männer glauben.

Insbesondere die ältesten Frauen lehnen die Hexereivorstellungen ab. Man würde ihnen allen Lügen erzählen, sie hätten keinerlei spirituellen Kräfte.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s