Ein Verein zur Unterstützung der Asyle für Hexenjagdflüchtlinge in Ghana

Einführung

– Die Mehrheit der Menschheit glaubt an Magie, Hexerei oder Zauberei. In Ghana halten die meisten Individuen Hexerei für eine Realität, die sie nicht anzweifeln – weitgehend unabhängig von Einkommen, Konfession oder Bildungsgrad.

– Dennoch gibt es einen skeptischen Hexenglauben. Hexereivorstellungen führen nicht automatisch zu Hexenjagden oder Hexereianklagen. Hexereianklagen können friedlich verlaufen. Hexenjagden sind in Ghana in bestimmten Regionen und Dörfern häufig – in anderen Regionen aber sehr selten.

– Während der letzten 40 Jahre sind mehr Menschen durch Hexenjagden ermordet worden als durch die historischen Hexenjagden im Europa der Rennaissance und des Barock. Hier geht man von 40.000 bis maximal 100.000 Todesopfer aus.Im 19. Jahrhundert wurden in Madagaskar mehr als 200.000 Menschen ihm Rahmen einer gigantischen Hexenjagd mit Giftordalen umgebracht. Zwischen 1980 und heute wurden mehr als 12.000 Frauen in Tansania ermordet und mehr als 5000 Menschen in Südafrika. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es mehrere Zehntausend Straßenkinder, die als Hexen angeklagt wurden. Aus fast allen anderen Staaten des subsaharischen Afrikas kommen regelmäßig Meldungen über heftige Hexenjagden mit mehreren Dutzend bis Hundert Toten. Was allerdings darüber hinaus noch im Busch und in den Slums geschieht, bleibt meistens von jeder Öffentlichkeit unbemerkt.

– In Ghana sind es meist Frauen, die unter Hexereianklagen leiden. Männer haben eher Gelegenheit zu fliehen oder sich zu wehren. In den größten Asylen für Hexenjagdflüchtlinge finden sich auch Männer.

– Kommt es in Ghana zu einer Hexereianklage, kann es zum organisierten oder spontanen Lynchmord kommen. Spontane Lynchmorde finden mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf Marktplätzen und in Städten statt. Organisierte Lynchmorde werden von den Anklägern vorbereitet, teilweise unter Mitwirkung der Chiefs oder der Dorfjugend. Nicht selten kommt es zu Folter, um Geständnisse zu erzeugen. Häufig ist die Familie der Angeklagten gezwungen, einen Schrein zu besuchen, um dort ein Orakel zu befragen.

– In Gambaga, Tindang, Kpatinga und an vielen anderen Orten findet ein Hühnerordal statt. Dazu wird ein Huhn geschlachtet, das die Angeklagte mitgebracht hat. Stirbt es auf dem Rücken, wird sie schuldig gesprochen. Stirbt es auf dem Bauch, akzeptieren die Götter ihre Verteidigung. Meistens muss die Frau dann dennoch in eines der Asyle, weil sie nicht sicher ist.

– Insgesamt gibt es in Ghana 2500 Menschen, die aufgrund von Hexereianklagen in Asylen und Ghettos leben. Viele flüchten auch in die Städte. In Burkina Faso gibt es ähnliche Ghettos, die dort aber (eher schlecht) von der Regierung betreut werden.

– Die Regierung hält sich aus dem Problem heraus.“ Hexerei“ ist jedoch kein Strafbestand – im Gegensatz zu Kamerun, wo „Hexerei“ als Vergehen vor Gericht verhandelt werden kann. Die ghanaische Polizei greift meist nur bei Lynchmorden ein (wenn sie zur Stelle ist). Schläge und Anklagen in den Dörfern werden als „Familienangelegenheiten“ behandelt. Für die Asyle und Ghettos gibt es meistens nur leere Versprechen.

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